Etappe 20.02.2024

Liebe Petra,

Ich habe immer gesagt, dass ich die gefährlichste Etappe am Elisabethsteig im Winter gehe, wenn der Bär seinen Winterschlaf hält. Diese Etappe führt im Bereich des Canin Massivs von Sella Nevea  nach Bovec in Slowenien oder in das Resiatal nach Italien.  Hier gibt es in den vielen Höhlen des Kalkgesteins für die Bären ausreichend Platz zum Überwintern.

So habe ich gestern mit Marianne ausgemacht, dass wir heute früh diese Etappe mit den Tourenschiern  gehen werden. Als mir dein Nachbar Markus heute früh die traurige Morgenpost überbrachte, musste ich bitterlich weinen und dachte daran, meine Bergtour mit Marianne abzusagen. Doch dann erinnerte ich mich an deine immer so erfrischende Art, wie du mich immer auf den Weg gestellt hast und habe mir gedacht, ich nehme dich heute mit auf den Berg – wenngleich auf eine etwas ANDERE Art und Weise.

Beim Hinaufgehen habe ich mich erinnert, wie du mir an einem Pfingstsonntag im Jahr 2007 geholfen hast, die Blumen zu pflanzen, damit meine erste Hochzeit am Trauungsplatz beim rauschenden Wildbach  auch einen entsprechenden Rahmen hat.

Kaum ein Jahr später hast du mir geholfen, zwei Etappen für den Weg des Buches zu schreiben  und im Jahr 2009 warst du es, die den Blumenschmuck für die erste Veranstaltung „Natur und Religion im einKLANG“ auf der Gosariawiese so wunderschön angefertigt hat.

Mit wie viel Liebe und Herzblut du die Ausstellung „Hexenkraut und Herrgott’s Apotheke“  ins Leben gerufen hast, ist nur ein weiterer deiner vielen Mosaiksteine, die du im Naturpark gelegt hast.

Welche Spuren du im  Naturpark Weißensee hinterlassen hast,  wissen die Menschen, die dich gekannt haben, ohnehin.  Nur, dass du gleichzeitig eine höchst sensible, kreative und soziale Frau warst, das haben vielleicht nicht viele so gesehen wie ich. Ich habe es auch zu spüren bekommen, wenn du mich in den dunkelsten Zeiten meines Lebens aufgesucht hast, mich vom Diwan  – der übrigens vom Stubner über dich in meine Wohnung kam und den ich noch immer nütze – geholt hast,  um mich mit einer kurzen Wanderung oder einer Fahrt zum Meer auf andere Gedanken zu bringen. Du warst einer meiner vielen Engel in diesen schweren Jahren. Danach haben sich unsere Wege kaum mehr gekreuzt.

Liebe Petra ich öffne mein Cafe zum klaren Geist heute für dich an dieser einzigartigen Stelle am Elisabethsteig und serviere dir den letzten Kaffee samt Zeitung. Es ist eine Ausgabe vom 1. Jänner 2017 und wenn du sie noch einmal durchliest, dann wirst du sehen, dass meine Träume von damals nie mehr in Erfüllung gehen werden, denn ich bin jetzt alleine übrig geblieben von diesem Projekt, denn EHP stand auch für Elisabeth, Hansl und Petra.

In diesem Sinne danke ich dir nochmals recht herzlich für ALLES, was du für mich getan hast. Du gehörst für mich zu den vielen wunderbaren Menschen am Elisabethsteig, die die Grundsätze von SNIS® auch lebten und du hast das zu 100% gemacht. DANKE!

Was das Reisegepäck für unsere gemeinsamen Etappen  am Elisabethsteig  betrifft, warst du immer bestens ausgerüstet. Du hattest von allem im Überfluss: Logischer Hausverstand, Gespür, vor allem aber MUT!

Ich muss dich jetzt hier zurück lassen, denn wie heißt es so schön:

„MEINE GEDANKEN SIND NICHT EURE GEDANKEN  UND EURE WEGE SIND NICHT MEINE WEGE“

A letztes  festes Druckale und ruhe in Frieden!