Etappe 01.01.2024

Liebe Mutti!

Es ist schon zur Tradition geworden, dass ich mein Cafe zum klaren Geist an jedem
1. Jänner des Jahres am Elisabethsteig im Val Saisera öffne. Mittlerweile kommen immer mehr Wanderer zu diesem Treffpunkt, um mit uns gemeinsam das neue Jahr zu beginnen.

Als ein Gast das Gästebuch durchgeblättert hat und DEINEN Eintrag auf Seite 5 gelesen hat, hatten wir das Gefühl, dass du mitten unter uns warst:
Das Gewissen ist das einzige, das gewiss ist, alles andere ist ungewiss.
Wenn aber lügen zur Gewohnheit wird, dann verhungert auch das Gewissen.“

Leider wissen viele Menschen nicht mehr um die Bedeutung der Wörter Bescheid und das geht mir mit dem Titel meines dritten Buches auch so. „Mein Testament“ ist nicht mein letzter Wille, sondern bezeugt (testare lat. = bezeugen) was in meinem Geist (mens lat. =Geist) ist. Die wichtigste Erfahrung aus diesem Buch nehme ich mit für das Jahr 2024.

„Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es die Wahrheit nicht gibt, es ist nur der Glaube. Wahr ist, was ein jeder glaubt, dass es wahr sei. Noch haben wir die Möglichkeit zu entscheiden, wem wir was glauben. Wie lange noch ist ungewiss, denn meine Oma sollte Recht behalten, wenn sie immer sagte: Es war alles schon einmal da.“ ¹

Ich wünsche, dass sich Omas Worte nicht wirklich bewahrheiten mögen. Das ist mein einziger Wunsch für das Jahr 2024.

Ich werfe dir jetzt einen lieben Blick zu, hinauf in den Himmel und grüße dich nicht als die Elisabeth vom Elisabethsteig, sondern als die, die ich für dich wirklich bin, nämlich

¹ aus dem Buch „MEIN TESTAMENT“